Mein Beitrag zur Ausstellung »DIALOG« anlässlich des 80-jährigen Bestehens des BBK Lüneburg, zu der ich meinen künstlerischen Dialog mit Kurt Bernecker präsentiere. Zu sehen in der Kulturbäckerei Lüneburg.
Informationen:
Kurt Bernecker (1896–1974) war Maler und Bildhauer. Er lebte mit seiner Frau, Gertrud Lerbs-Bernecker, bis zur Vertreibung 1945 in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad.
Historischer Kontext:
1931 ist das Bild »Schrebergärten in Königsberg-Ratshof im Winter«, das ich von ihm ausgewählt habe, in Königsberg entstanden. Es zeigt, wie der Name vermuten lässt, die Schrebergärten der Gartenstadt Ratshhof.
Maße: 75h, 77b.
Die Gartenstadt Ratshof entstand ab 1907 als modernes Wohnprojekt, bei dem den Bewohnern oft Gartenparzellen zur Selbstversorgung zur Verfügung gestellt wurden.
Zu dem Zeitpunkt der Flucht der Berneckers war Königsberg bereits fast vollständig von sowjetischen Truppen eingeschlossen, und die Situation für die Zivilbevölkerung wurde zunehmend prekärer. Einem Bericht zufolge konnte Bernecker bei dieser überstürzten Flucht nur ein einziges seiner Werke retten – ein Bildnis aus dem Jahr 1925. Nach einer Zwischenstation in Schleswig-Holstein fanden die Berneckers schließlich in Lüneburg eine neue Heimat. Dort lebten und arbeiteten sie bis zu ihrem Tod im Amselweg 25. Die Zerstörung seiner einstigen Wirkungsstätte und der nahezu vollständige Verlust seines gesamten bisherigen Lebenswerks markierten eine tiefe Zäsur in seinem künstlerischen Schaffen.
Die Seligenfelder Straße 7, in der Kurt Bernecker einst wohnte, befand sich im Königsberger Stadtteil Rosenau. Dieser Stadtteil im Südosten des heutigen Kaliningrads hat die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verhältnismäßig gut überstanden, da er abseits der schwer bombardierten Innenstadt lag.
Die Seligenfelder Straße wurde in Uliza Dzershinskogo (russisch: Улица Дзержинского) umbenannt. Sie ist heute eine wichtige Ausfallstraße im Moskauer Rajon von Kaliningrad.
Das Mahnmal für die Kriegsgefangenen [1953] ist mutmaßlich Berneckers bekanntestes bildhauerisches Werk in Lüneburg. Es erinnert an die deutschen Soldaten und Zivilisten in sowjetischen Gefangenenlagern.
Das Denkmahl befindet sich heute im Park an der Bastion (nahe der Kreuzung Uelzener Straße/Lindenstraße) und ist Teil des Friedenspfads Lüneburg.
Bei mir verhielt es sich so, dass ich mein Bild »Treffen auf Sand« als Skizze angelegt hatte. Bestückt mit Notizen, Stadtplänen und kleinen zeichnerischen und malerischen Anmerkungen, um zu schauen, in welche Richtung es gehen könnte.
Herangehensweise:
Die Auseinandersetzung mit Kurt Bernecker und dessen Geschichte sowie mein Respekt vor dessen Lebenswerk, veranlasste mich aber die Skizze als Collage auszuarbeiten und sie mit recht vielen Verweisen zu versehen – manche sehr deutlich, manche nur bei genauer Auseinandersetzung zu erahnen und im Zwiegespräch mit mir zu erfahren–, um den Dialog, den ich mit Bernecker, dessen Leben und Bezugsbild einging, in ein Gespräch der Begegnung auszuformen. Für mich ist ein solcher, ernsthafter, bewusst durchdrungener Dialog immer eine Art Collage an Empfindungen, Gedanken, Gefühlen, Haltungen, Ansichten und persönlicher Geschichte, die in Bezug zueinander treten. Hinzukam, dass ich ein Bild malte, das ich bislang vor öffentlicher Präsentation zurückhielt, und das meine Spaziergänge mit meinen Kindern durch die Kleingartensiedlung am Meisterweg zum Ausdruck brachte. Dieses Bild habe ich in die Collage eingebunden und einen Rahmen um das Gesamtwerk gebaut, das sich den Maßen von Berneckers Bild anpasste.
Sascha Rosemarie Höfer, Lüneburg, 2026

Mein künstlerischer Beitrag wird nur und ausschließlich in dieser Form für die Ausstellung zu sehen sein. Es wird entweder verkauft oder wieder in seine Einzelteile zerlegt werden.
Das gegenwärtige Höchstgebot liegt bereits vor Ausstellungseröffnung bei 6000 Euro. Man darf mich gerne weiterhin anschreiben oder ansprechen oder sich an verantwortliche des BBK wenden. Bezüglich Kurt Berneckers Bild bitte ich darum, sich an das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg oder ebenfalls an den Vorstand des BBK zu wenden.