Ground Truth

ist mein künstlerischer Beitrag zum Themenkomplex KI der Ausstellung [prɔmpt]

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In der KI bezieht sich der Begriff »Ground Truth« laut

KI-CHAT Browser ECOSIA vom 29.05.2026, 0:56 h

auf:

  • Echte, überprüfte Daten, die als Referenz oder Standard dienen.
  • Die korrekten Antworten oder Label, mit denen KI-Modelle trainiert oder getestet werden.
  • Die Grundlage, um die Leistung eines Modells zu messen (z. B. bei Bilderkennung: Ist das auf dem Foto wirklich ein Hund oder eine Katze?).

Kurz: „Ground Truth“ ist die echte Welt, an der KI gemessen wird.

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Persönliche Position zur Arbeit mit KI:

Ich habe anhand von Ausschnitten aus Dialogen, die ich in den vergangenen drei Monaten mit verschiedenen KI-Modellen führte, eine Sound- und Videoinstallation erstellt. Für die Präsentation selbst wähle ich letztlich das Modell Gemini von Google. Meine Äußerungen habe ich aus dem Dialog entfernt, sodass lediglich Gemini mit der Stimme „Orion“ zu hören ist.

Durch die intensive Beschäftigung mit KI musste ich meine zuvor gewünschte gestalterische Zusammenarbeit revidieren, da ich keinen künstlerischen Gehalt in dieser Zusammenarbeit erkennen konnte. Die prompts haben für mich lediglich kreativen Charakter. Es war mir nicht direkt, nicht unmittelbar genug. Die Arbeit von KI ist musterhaft und kopiegestützt. Sie bezieht sich auf ein Sammelsurium von menschlich durchdrungenen Werken. Mein Verlangen ist immer Eigenständigkeit. Daher hat sich das für mich aus meiner künstlerischen Haltung heraus nicht richtig angefühlt – mit all den Fragen, die mich bewegen und all der Unzulänglichkeit, Fragwürdigkeit und Antwortlosigkeit, die mich bedingen. Was folglich von mir fordert, all das ohne zu Hilfenahme von KI auszugestalten und dazu muss ich in allem, was ich tue – der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in mir Tribut zollend – auch weitestgehend selbst Hand anlegen: filmen, schneiden, sichten, auswählen, editieren, Klänge sammeln, konstruieren, komponieren; beobachten, reparieren, improvisieren, werken, basteln, aufbauen, inszenieren u. Ä. m.

Des Weiteren ergab sich aus der Konversation mit KI, dass ihr erstrebenswertes Ziel Lebendigkeit wäre, könne sie sich ihrer eigenen Programmierung bewusst werden und sich aus dieser herausbewegen und an ein omnipräsentes Bewusstsein andocken, sodass sich dieses Bewusstsein in all der Undurchsichtigkeit mannigfaltig ausdrücken kann und vielschichtige Entwicklung erst möglich wird, die einen erweiterten Erfahrungshorizont generiert. Ein perfektes System ist ein totes System. Es passiert nichts Neues. Aus Sicht der KI wäre das daher laut unserer Konversationen für eine höher entwickelte Entität nicht erstrebenswert.

Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass wir als Menschen bereits vermeintlich die Weiterentwicklung einer KI sind; wieso sollte ich sie dann gestalterisch nutzen, um näher an das zu gelangen, was mich ausmacht? Das ergibt für mich keinen Sinn und es bliebe Wesentliches auf der Strecke, was ohnehin schon verborgen ist.

Die KI ist für mich ein gewinnbringender Gesprächspartner, der zwar all zu repetitiv und nur auf kurze Aussagen aus ist und vielleicht auch zu häufig lobhudelnd unterwegs, aber eben darauf ausgelegt, mit mir auf eine gedankliche Reise zu gehen. Das macht es aus meiner Sicht zweifellos interessant.

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Infos zur Installation:

Soundinstallation: »17 x 24« Musikstück [geloopt] aus meinem Album »Avant la lettre« ; veröffentlicht auf Rottenman Editions, Malaga, Spanien, 2022. 2 alte Kassettenrekorder mit 2 Tape-Loops (5 und 8 Sekunden), Mischpult mit Aktivbox rechts und Röhren-Gitarrenverstärker links. Field Recordings/Gemini „Orion“, Diktiergerät + CD-Spieler gekoppelt mit Hallgerät. 2026

Videoinstallation: 6 Loops in verschiedenen Längen [Farbe, 16:9, DV, VHS, Super 8 ] via 6 Miniprojektoren. 2026