Alte, ehemals zweckgebundene und nun verlassene Gebäude verlassen ihre Zuschreibung, ihre Aufgabe. Mäandern im Ungewissen, zwischen Zukunftsvision und dem vermeintlichen Wunsch, nicht vergessen zu werden. Übergeben sich der Kunst, ihrer Intuition; verschließen ihren Raum und öffnen sich der Zeit. Verweilen im Jetzt: ein fort- und immerwährendes Dazwischen. Eine Kluft eines mehrdimensionalen Rahmens, der sich gebrochen sieht durch den Moment des Ungewissen. Er wird vergehen, vorbei sein, nicht mehr wiederkehren – zwischen dem Raum ist nach der Zeit.
Das Ziel der Veranstalter, Kunstraum Tosterglope e. V., war, verlassene Orte und Räumlichkeiten zu finden, die nicht mehr ihrer ursprünglichen Funktionen folgten und sich im Wandel befanden. Herbsthausen war so einer. Ein ehemaliges Sägewerk, das vor Jahren seine Arbeit einstellte, bis das Areal vor geraumer Zeit einen neuen Käufer fand. Die heruntergekommenen Schuppen mit teils alten Kraftwerkmaschinen und Werkzeugen wurden von uns bespielt und in ein künstlerisches Ambiente gehüllt, ohne dass wir den Grundzustand veränderten.
Meine Arbeit beinhaltete eine zweiteilige Video- und Soundinstallation bestehend aus 7 unterschiedlichen, sich ergänzenden Videos, die in zwei Werkschuppen des Areals standfand.

